Ruhrbischof beim Karfreitagskreuzweg: „Große Vergangenheit, aussichtsreiche Zukunft für die Ruhrregion“

1.600 Gläubige beim traditionsreichen Kreuzweg auf das Plateau der Halde Haniel in Bottrop. Bergwerksdirektor Kroker: „Enges Zusammengehörigkeitsgefühl von Kirche und Bergbau.“

Letzter Kreuzweg vor Schließung der Zeche Prosper Haniel - doch im kommenden Jahr geht die Tradition weiter.

Bischof Overbeck: Wirtschaft und Kirche im Ruhrgebiet haben große Chancen.

Bergwerksdirektor Kroker betont: Kirche und Bergbau gehören zusammen.

Der Karfreitagskreuzweg an der Halde Prosper Haniel in Bottrop ist für Tausende Menschen seit 24 Jahren eine wertvolle Tradition. In diesem Jahr stand er im Zeichen des Abschieds vom aktiven Steinkohlebergbau und der Aufgabe, künftig den unübersehbaren Strukturwandel in der Region mitzugestalten. „Nur der hat eine Zukunft, der sich wandelt und bewegt“, sagte Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck im Abschlussgottesdienst den 1.600 Gläubigen auf dem Plateau der Halde. Menschen jeden Alters mit Kinderwagen, Gehstock oder angeleintem Hund, in der Uniform der Ehrengarde Prosper Haniel, mit den Fahnen von KAB, Kolping oder Pfadfindern waren in einer langen Prozession auf regennassen, sonnenbeschienenen Wegen schweigend und betend dem Vortragekreuz auf den Hügel gefolgt.

In seiner Ansprache sagte Bischof Overbeck den Zuhörern, die beeindruckende Industriegeschichte des Ruhrgebietes sei nicht als ein Ende zu verstehen. Vielmehr gelte es nun, ein neues Problembewusstsein zu entwickeln und die Kooperationsmöglichkeiten und Innovationen der Region frühzeitig wahrzunehmen und zu nutzen. Große Vergangenheit – aussichtsreiche Zukunft, das gelte gleichermaßen für das Ruhrgebiet als Wirtschaftsstandort wie für die Kirche in ihrem gegenwärtigen Wandlungsprozess. „Dabei können wir uns auf eine einfache Strategie verständigen“, sagte der Bischof, „nämlich nachhaltig leben, glauben und arbeiten zu wollen.“ Hohe Priorität hätten dabei ein ökologisches Bewusstsein und ein waches Gespür für soziale Gerechtigkeit.

Gemeinsam versicherten Bischof Overbeck und Bergwerksdirektor Jürgen Kroker, dass die Tradition des Haldenkreuzweges am Karfreitag auch nach Schließung der Zeche weitergeführt werden soll. Hier, so Kroker, zeige sich das starke Zusammengehörigkeitsgefühl von Kirche und Bergwerk im Ruhrgebiet: „Dem messen wir höchste Bedeutung bei“, sagte der Direktor im Blick auf die Bergmänner, die sich unbeirrt für den Kreuzweg eingesetzt hätten. So hatten in den letzten Wochen die Ausbilder eigenhändig die Witterungsschäden an den Kreuzwegstationen beseitigt – die letzten Auszubildenden des Bergwerkes, die diese Aufgabe bislang alljährlich übernommen hatten, waren zuvor im Februar losgesprochen worden.

Damit die Kreuzweg-Tradition weitergeführt werden kann, kommt neben dem Einsatz der Belegschaft von Prosper Haniel unter anderem auch aus der Pfarrei St. Pankratius in Oberhausen viel Engagement für den Halden-Kreuzweg. Das elf Kilo schwere Vortrage-Kreuz trägt seit zehn Jahren Jens Paulsen (39) im Wechsel mit Markus Welzel (49) die Halde hinauf. Im nächsten Jahr will auch Welzels 14-jähriger Sohn Paul Lukas als Kreuzträger mitgehen. Während die Männer nach dem Schlusssegen die Tragegurte ablegen, ist Welzels Vater Reinhard (76) schon dabei, die Sitzbänke abzubauen, damit das Einsatzkommando von St. Pankratius den Transport zurück in fünf Pfarrheime übernehmen kann: Der Karfreitagskreuzweg auf der Halde braucht Menschen, die mit anpacken.

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